„Jeden Morgen, bevor ich meine Prothese anziehe, hüpfe ich ins Bad. Dabei fällt mir jedes Mal auf, wie sehr mein Bein mir fehlt. Aber dann ziehe ich dieses Stück Technik an, und im nächsten Moment kann ich Berge besteigen, Ski fahren, tauchen oder surfen. Man sollte denken, es ist ja nur Technik. Aber es ist nicht nur Technik. Es ist Hoffnung. Es ist Ermächtigung. Es ist Leben.“
Amputation & Lebenskrise
Albert Lin weiß, wovon er spricht. Er war auf dem Höhepunkt seiner Karriere als Wissenschaftler und Leiter von National-Geographic-Expeditionen, als er durch einen Unfall mit einem ATV schwer verletzt wird. Sein rechter Unterschenkel war nicht mehr zu retten. Im Krankenhaus liegend, steuert Albert in eine handfeste Lebenskrise. „Alles, was ich mir bis dahin aufgebaut hatte, schien von einer Minute zur anderen dahin gewesen zu sein. Ich fragte mich: ‚Wer bin ich jetzt noch?‘“ Ihm wird bewusst, dass viele Menschen vor ihm in genau der gleichen Situation gewesen sein mussten.
Ein Foto macht Hoffnung
„Ich kann mich nicht an viel erinnern, was den Unfall betrifft. Aber daran, wie ich verwirrt und zweifelnd im Krankenhaus lag. Das Erste, was ich den Arzt fragte, war: ‚Werde ich wieder surfen können?‘“ Wenig später bekommt Albert im Krankenhaus Besuch von einem Freund. Dieser überreicht ihm ein Foto, auf dem der Surfer Mike Coots eine Welle reitet. Beim genaueren Hinsehen fällt dem verzweifelten Sportler auf, dass der Surfer eine Beinprothese trägt. Und dieser Moment verändert alles – es gab Hoffnung!
Expedition in den Dschungel mit Pro-Flex XC
Wieder zu Hause angekommen, erhält Albert einen Anruf seines alten Auftraggebers National Geographic. Eine Expedition in den Dschungel war geplant, die es in sich haben würde. Er wurde gefragt, ob er diese Forschungsreise leiten wolle. Albert zögert für einen kurzen Moment und sagt dann zu. Er wusste: Wenn er diese Herausforderung meistern könnte, dann wäre wieder alles möglich. Versorgt mit dem wasserfesten Pro-Flex XC brach er auf. „Diese erste Expedition nach der Amputation war der Anfang eines neuen Kapitels. Eine persönliche Entdeckungsreise sozusagen. Ich habe seitdem die ganze Welt bereist, denn ich war bereit, herauszufinden, was mir das Leben noch zu bieten hatte.“
Und neben seinen vielen Expeditionen, steht Albert nun auch selbst auf dem Surfbrett und das zusammen mit seinem Hoffnungsgeber Mike.
Das Leben geht weiter
In seiner eigenen TV-Show 'Lost Cities with Albert Lin' zeigt er einem großen Publikum in beeindruckender Art und Weise, was mit Prothese möglich ist. Der Abenteurer bekommt viel Post von Menschen, die in der gleichen Situation stecken, wie er selbst damals im Krankenhaus. Die sich fragen, wie es weitergehen soll. Und genau diesen Menschen möchte er eine Perspektive geben und ihnen beweisen, dass das Leben noch nicht zu Ende ist.