Trauma – wenn das Erlebte nicht mehr aus dem Kopf gehen will
Da war dieses Ereignis neulich. Seitdem hast Du massive Ängste? Fühlst Dich hilflos? Bist emotional abgestumpft und hast das Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben? Das können Anzeichen eines Traumas sein.
Ursachen von Traumata
Traumata können aus verschiedenen Gründen entstehen. Eine der häufigsten Ursachen ist ein plötzliches, schwerwiegendes Ereignis wie ein Unfall oder ein Verbrechen, das eine Person als stark belastend empfindet. Andere Ursachen sind psychische Belastungen wie eine Trennung oder der Verlust eines geliebten Menschen. Auch erlebte Gewalt, sexueller Missbrauch oder ein schwerer Schock kann zu einem Trauma führen. Die psychische Reaktion auf eine derartige traumatische Erfahrung ist dann ein psychisches Trauma.
Brauche ich Hilfe?
Nicht immer sind die Auslöser für psychische Traumata offensichtlich. Manchmal können sie bereits durch ein einzelnes Ereignis ausgelöst werden. In anderen Fällen führt eine Kombination aus mehreren Ereignissen dazu. Etwa die Hälfte aller Menschen erlebt in ihrem Leben eine psychische Traumatisierung. Für Betroffene ist es ratsam, über das Erlebte zu sprechen und es zu akzeptieren. Daran gebundene Gefühle oder Erinnerungen zu verdrängen, kann zu einer Verstärkung der Symptomatik führen. Professionelle Hilfe, wie zum Beispiel von einem:einer Psychologen:in, ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn die betroffene Person bemerkt, dass sie das Geschehene nicht allein verarbeiten kann.
Kann die Zeit meine Wunden heilen?
Ob überhaupt Hilfe von außerhalb benötigt wird, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich. Wurde ein Trauma erlebt, braucht der:die Betroffene Zeit, um das Erlebte einzuordnen und verarbeiten zu können. Sicherheit, emotionaler Halt und Stabilität sind in dieser Phase für die meisten Menschen sehr wichtig. Aufgrund des Traumas können einige das Erlebnis – aber auch die eigenen Gefühle – nicht oder nur schwer in Worte fassen. Sie sollten nicht zum Erzählen gedrängt werden. Zeit ist hier einer der heilenden Faktoren. Alkohol oder Medikamente sollten nicht missbraucht werden, um das Trauma samt Begleiterscheinung zu unterdrücken oder zu verdrängen.
Wo bekomme ich Hilfe?
Für professionelle Hilfe gibt es – je nach Art des Erlebnisses – mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel:
- Hausarzt:in
- Telefonseelsorge
- Therapeutensuche über die Föderation der Schweizer Psychologinnen und Psychologen (FSP)
- Therapeutensuche über die Assoziation Schweizer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (ASP)
- Opferhilfe Schweiz
- Traumaambulanzen